Überzeugung


Es ist offenbar ein uraltes menschliches Bedürfnis sich mitzuteilen. Es geht dabei nicht nur ums nackte Überleben – dafür würden einfache Gesten und Laute völlig ausreichen. Die Sprache, die Schrift, die Musik, das Zeichnen, der Tanz und das Theater sind Ausdruck eines „höheren“ Anspruchs. Es geht um die Idee von einem besseren Leben – um Veränderung!

"Der Sinn des Lebens ist, was man dafür hält." Stephen Hawking

Wissenschaft und Technik sind die Folgen von Ideen, die in unseren Köpfen entstehen. Davor kommt die Phantasie. Sie ist die Grundvoraussetzung künstlerischen Schaffens. Man könnte auch sagen, dass alles was sich im Bereich der Phantasie abspielt, künstlerisch ist, weil es sich um einen geistigen Prozess handelt, der in eine andere Zeitdimension weist. Die Phantasie hat ja nichts mit der augenblicklichen Realität zu tun, sondern mit dem Wunsch, diese Realität entweder umzudeuten oder zu verändern, und beides weist in die Zukunft.

Es geht also immer um zukünftige Möglichkeiten. Und damit begeben wir uns zwangsläufig aus dem Bereich der Erkenntnis heraus (denn wir besitzen keine Erkenntnisse über etwas, das außerhalb unserer Realität liegt) und hinein in den Bereich des Glaubens. Es ist daher nicht unwesentlich was wir glauben und für möglich halten, denn daraus entspringt ja unsere Zukunft.

"Wer mit dem Strom schwimmt, erreicht die Quelle nie." Peter Tille

Das Wesen der Kunst bestand immer darin, entweder Gott zu preisen oder die Dinge des täglichen Lebens zu verzieren und ihnen damit einen höheren Stellenwert zu geben. Kunst ist also nicht nur ein ästhetisches Zeichensystem, das uns hilft zu kommunizieren und das Leben schöner zu gestalten, sondern sie ist auch (Sinn)Suche und Wertung. Doch die „Hohe Kunst“ unserer Tage ist von der Ökonomie dermaßen okkupiert, dass sie als Mittel zur Veränderung untauglich geworden ist. 

Auch Wissenschaft und Technik geben uns keine Antworten auf die essentiellen Fragen des Lebens, sie bieten uns lediglich Reichtum (für einige Wenige) und gewisse Bequemlichkeiten, die ausreichen, Revolutionen (der Anderen) zu vermeiden. Doch der Preis dafür ist hoch: Umweltverschmutzung, Ressourcenkriege, Klimawandel – um nur einige zu nennen.

Wollen wir nicht untergehen, müssen wir uns (eher früher, als später) vom Wachstumsdogma der kapitalistischen Weltordnung verabschieden und ein neues Wertesystem, einen neuen „Glauben“ (Ethik) entwickeln. Dazu braucht man Phantasie viel dringender als Kapital und natürlich auch ein bisschen Humor. Daher brauchen wir PHunst statt Kunst! 

"Wer etwas will, der findet Wege. Wer etwas nicht will, der findet Gründe." Götz Werner

Die Phunst ist nicht der Stein der Weisen; sie ist nicht die Lösung aller Probleme; sie ist lediglich der Versuch, die eigentliche schöpferische Energie des Menschen – nämlich die Phantasie – ins Zentrum eines neuen Wertesystems zu stellen und so den Raum für neue und ungewöhnliche Sichtweisen zu öffnen. Die Omnipräsenz der ökonomischen Wertmaßstäbe – dass alles nur noch daran gemessen wird, wie profitabel etwas ist (auch die Kunst) – das ist nur der Wahn von profitgeilen Menschen aber kein Naturgesetz! 

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