Ursprung


Um die Idee, die hinter dem Begriff Phunst steht, verständlich zu machen beginnen wir am Besten bei der Französischen Revolution. Neben dem allgemein bekannten Slogan „Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit“ verdanken wir ihr vor allem zwei Dinge: die Aufklärung und die „Erklärung der Menschen- und Bürgerrechte“.

Die Aufklärung ist (wie man vielerorts leicht bemerken kann) jedoch kein abgeschlossener Prozess, sondern bedarf konstanter Anstrengung und Erneuerung. Die Frankfurter Schule hat diese These mit der Dialektik der Aufklärung (Adorno, Horkeimer) historisch und philosophisch untermauert.

Die Menschen und Bürgerrechte gehören zwar mittlerweile zur Grundausrüstung demokratischer, rechtsstaatlicher Verfassungen bedürfen aber – wie die Berichte von Amnesty International jedes Jahr deutlich zeigen – ebenfalls konstanter Bemühungen, um sie nicht nur am Papier, sondern auch in der Praxis zu garantieren.


Halten wir also fest: Es geht um die Gleichberechtigung von Menschen. In einem System, dessen alleiniger Wertmaßstab der Geldwert ist, lässt sich Gleichberechtigung jedoch nicht herstellen. Es braucht neue, alternative Ideen. Dafür sind Information und Bildung die wichtigsten Voraussetzungen.

Was die Information anbelangt, erleben wir gerade eine wahre Informations-Sintflut, die oft und gerne als Alibi missbraucht wird, wenn Kritik an den Medien geäußert wird. Hier wird gerne Quantität mit Qualität gleichgesetzt. Tatsächlich bewirkt die Informationsflut jedoch genau das Gegenteil dessen, was man zu rechtfertigen versucht (vgl. Gegen Die Informationsflut - Für Einen Verständnisgewinn).

Das Recht auf Bildung wird durch die neoliberale Brille betrachtet, immer mehr in eine Pflicht zur (lebenslangen) AUS-Bildung umgedeutet. Was ein riesengroßer Unterschied ist, denn Bildung und Ausbildung sind zwei grundverschiedene Dinge, so wie essen und trinken. Beides ist wichtig, doch während es bei der Ausbildung lediglich darum geht, bestimmte berufliche Fertigkeiten zu erlangen, geht es in der Bildung um die persönliche Entfaltung des Individuums. Bildung ist die Grundvoraussetzung für politische Mündigkeit (was gerade in demokratischen Staatsgebilden von essentieller Bedeutung ist).


Kunst und Kultur sind mathematisch gesprochen Teilmengen der Bildung, aber nicht allen Mitgliedern der Gesellschaft sind sie gleichermaßen zugänglich. Hier gibt es erhebliche Unterschiede, die nicht nur auf finanzielle Leistbarkeit, sondern oft auch auf fehlendes Verständnis, auf Grund mangelnder Vorbildung, zurückzuführen sind.

Auch auf der Seite der Akteure, den Kunstschaffenden, gibt es Ungleichgewichte. Das beginnt damit, dass Berufe im Kunst- und Kulturbereich generell als brotlos abgetan werden und endet damit, dass einige wenige Akteure im Kulturbetrieb soviel abschöpfen, dass für die anderen (die aber viele sind) wenig übrig bleibt.

Schuld daran ist vorwiegend der Starkult und die Bereitschaft Dinge zu fördern, die als erfolgreich gelten. Das ist widersinnig, denn die Erfolgreichen schaffen es auch ohne Förderungen oder Sponsorgelder. Gefördert müssen immer die Schwächeren werden und nicht umgekehrt. Auf Kunst und Kultur lässt sich der allseits geliebte Darwinismus nicht anwenden. Diese Sparte lebt auch von der Vielfalt gescheiterter Experimente und nicht nur von der Durchsetzungskraft der Erfolgsrezepte.

Thank you very much for sharing!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Time limit is exhausted. Please reload CAPTCHA.